GANZIL
Dank intensiver Betreuung wieder in Arbeit



Hocherfreut über den neuen Arbeitsplatz ist Donia Sediki (Mitte). Das Bild zeit sie mit VHS-Geschäftsführerin Ilse Emek (links), Job-Coach Diana Knöchel (zweite von links). Thilo Frömel von der Agentur für Arbeit (zweiter von rechts) und den Inhabern von „Beck ums Eck“ Christine (rechts) und Santo Piazzese (dritter von links).

Hof/Rehau – Der Aufschwung in der Wirtschaft kommt im Arbeitsmarkt der Region an – aber nicht bei allen. Ein Teil der Arbeitslosen findet dennoch keinen neuen Job, zum Beispiel weil Krankheiten, Alter, Familie oder andere persönliche Faktoren sie bei der Stellensuche stark einschränken. Für diesen Personenkreis haben die Agentur für Arbeit und die Volkshochschule Landkreis Hof ein neues Angebot geschaffen: „Ganzil“ nennt es sich und steht für ganzheitliche Integrationsleistungen.

Donia Sediki aus Hof kennt die Probleme bei der Jobsuche. Nach sechs Jahren Kindererziehung fand die gelernte Konditorin keinen neuen Arbeitsplatz – schließlich konnte sie wegen der beiden drei- und sechsjährigen Kinder nur am Vormittag arbeiten. „Der Arbeitsmarkt ist bei Teilzeitstellen am Vormittag leer gefegt“, weiß Arbeitsvermittler Thilo Frömel, der das Projekt bei der Agentur für Arbeit betreut. Die Agentur hat deshalb die VHS mit der besonders intensiven Betreuung und Vermittlung beauftragt.

Etwa 550 Arbeitslose werden innerhalb der nächsten zwei Jahre das Programm nutzen. Seit Februar werden dem VHS-Bildungszentrum regelmäßig Arbeitslose zugewiesen, wo sie von Sylvia Kaiser, Diana Knöchel oder Angelika Unger bei der Stellensuche betreut werden. Diese sind als Job-Coaches tätig und lernen ihre Klienten in einer Einführungswoche erst einmal gut kennen. Bei einem Profiling werden persönliche Kenntnisse und Fähigkeiten herausgestellt. Und in intensiver Einzelberatung wird ermittelt, wo die Arbeitslosen tatsächlich Jobchancen haben. Zusammen mit der VHS-Beraterin wird eine neue Bewerbungsstrategie entwickelt. Dazu gehört auch, dass Hindernisse wie fehlende Kinderbetreuung gelöst oder Lücken in der Vorbildung mit berufsbezogenen Schulungen ausgeglichen werden können. Alle 14 Tage findet zudem ein persönliches Gespräch zwischen den Bewerbern und den Job-Coaches statt, so dass schnell auf Veränderungen des Stellenmarktes reagiert werden kann.

Dabei nutzen die VHS-Beraterinnen die guten Kontakte zu den Betrieben in Stadt und Landkreis Hof. Schließlich hat die VHS beispielsweise durch Programme wie ausbildungsbegleitende Hilfen, Ausbildungsprogramme für Jugendliche oder Firmenschulungen seit vielen Jahren einen guten Ruf bei Unternehmen.

Für Donia Sediki bedeutete dies, dass Job-Coach Diana Knöchel erfahren hatte, dass Christine und Santo Piazzesse von „Beck ums Eck“ in Rehau eine Konditorenstelle zu besetzen hatte. Donia bewarb sich sofort und hatte – nach einem kurzen Probearbeiten – innerhalb weniger Tage den Job. „Sie hat mich durch ihr flinkes Arbeiten sofort überzeugt“, sagt die Chefin. Und als sie dieser Tage Besuch von VHS und Arbeitsagentur an ihrem neuen Arbeitsplatz erhielt, hatte Frau Sediki sogar Blumen besorgt: Für Christine Piazzese – „weil sie mir eine Chance gegeben hat“ – und für Diana Knöchel – „weil ich das ohne ihre Hilfe nicht geschafft hätte“.

Freude herrscht jedoch auch bei VHS und Arbeitsagentur: Bereits nach wenigen Monaten haben über das Projekt 15 Arbeitslose einen Arbeitsplatz erhalten. „Das ist weit mehr als ich mir je vorstellen konnte“, staunt Thilo Frömel, und VHS-Geschäftsführerin Ilse Emek versprach, dass man alles tun werde, um noch mehr Menschen in Arbeit zu bringen.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Herrn Reinhard Lange, VHS Landkreis Hof, Telefon (09281) 71 45-51, E-Mail: r.lange@vhs-landkreis-hof.de

Unsere Informationen für Arbeitgeber (PDF, 483 kB)

Unsere Informationen für Arbeitslose (PDF, 485 kB)